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VILLA FRIEDENSSTRASSE 6 IN SUHL

Unser Kanzleigebäude in Suhl spiegelt zuverlässig die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre wider. Errichtet wurde dieses denkmalgeschützte Gebäude 1905 durch einen jüdischen Baustoffhändler für sich und seine Familie.

Das Gebäude wurde, wie bei jüdischem Besitz üblich, 1937 arisiert und von einem deutschen Zahnarzt erworben, der in diesem Haus seine Zahnarztpraxis betrieb und dort auch wohnte.
Der Baustoffhändler Goldmann war vor der Machtergreifung durch die Nazis bereits verstorben. Vier von seinen Kindern gelang die Flucht ins Ausland, darunter auch dem Kunsthistoriker Dr. Fritz Goldmann, der als letzter Jude an einer deutschen Universität im Jahre 1936 noch promovieren konnte, bevor er nach Israel auswanderte.
Die Witwe des Baustoffhändlers und seine ersteheliche Tochter kamen im KZ um. Zu ihrem Gedenken wurden Stolpersteine gesetzt.

Stolpersteine

Die Witwe des Zahnarztes veräußerte das Anwesen an den Direktor des Suhler Klinikums, der das Anwesen als Wohnhaus nutzte. Von ihm erwarb - unter welchen Umständen auch immer - die SED das Gebäude, um dort die Redaktion der Niederlassung Suhl der Zeitung "Neues Deutschland" zu betreiben und gleichzeitig den Redakteuren aus Ostberlin Ferienzimmer im Thüringer Wald zu bieten.

Villa Friedensstraße Suhl

Nach der Wende stellte das "Neue Deutschland" seine Redaktion in Suhl ein. Uns wurden die Büroräume zur Miete angeboten. Das Anwesen war naturgemäß dringend sanierungsbedürftig, so dass wir an einem käuflichen Erwerb interessiert waren. Dem Kauf standen aber die Rückübertragungsansprüche der jüdischen Familie Goldmann ebenso entgegen wie Ansprüche der PDS, weil es sich um Parteivermögen handelte.

Ein glücklicher Zufall half, diese Hindernisse zu überwinden. Eines Tages stand ein kleiner alter Herr vor der Tür und stellte sich als Dr. Fritz Goldmann aus Jerusalem vor. Er wolle noch einmal sein Elternhaus besuchen. So kam es zu einem sehr angenehmen, regen und intensiven Gedankenaustausch zwischen Dr. Goldmann und mir. Herr Dr. Goldmann hatte keinerlei Einwendungen gegen den Erwerb des Anwesens durch uns und unterstützte diesen.
Umgekehrt gelang es durch einen persönlichen Kontakt mit dem damaligen Geschäftsführer der PDS, Dieter Bartsch, auch die Zustimmung der PDS zu einem Erwerb des Anwesens zu erlangen, so dass wir 1994 mit der Renovierung des Hauses beginnen konnten.

Unsere Bemühungen um eine denkmalgerechte Renovierung wurden durch die Stadt Suhl mit dem Denkmalpreis 1997 ausgezeichnet.

Lothar Bärnreuther

Presseartikel  
Gedenkveranstaltung 27. Januar 2004


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